Der erste Tag in Flensburg

Schuhe auf Schuhleinen in Flensburg

Es ist grau in grau und es nieselt. Den ganzen Tag. Und wir sind froh darüber. Doch wie kommt das?

Unser erster Tag in Flensburg beginnt – zumindest für einen Teil der Reisegruppe – in unserer Air BnB-Wohnung. Sollte jemand eine Unterkunft in Flensburg suchen, wir können die Wohnung von Detlef wärmstens empfehlen.

Nachdem wir diese am Morgen verlassen haben, um uns zu Fuß auf den Weg zum Campus zu machen und unterwegs eine Bäckerei zu finden, in der wir frühstücken können, stellen wir fest, dass Detlefs Wohnung ziemlich typisch für Flensburg sein dürfte. Denn sowohl in „unserer“ Wohnung als auch in den Fenstern der äußerst reizenden Häuschen sind überall Hinweise auf das nahegelegene Meer zu finden. Miniatur-Boote, Anker, Weisheiten vom Leben auf dem Meer und noch mehr Miniatur-Boote zieren die Häuser. Obwohl sie auch ohne diesen Schmuck mehr als ansehnlich wären. Wir gehen durch kleine Straßen und finden ein Haus schnuckeliger als das andere.

Schließlich finden wir eine Bäckerei und sie passt genau zu unserem Zuckerwatten-Eindruck von Flensburg. Freundlich ist eine maßlose Untertreibung für die Angestellte, die uns nahezu mütterlich mit unglaublich leckeren und unfassbar günstigen Leckereien umsorgt. Als wir uns verabschieden, überreicht sie uns eine Karte mit den Filialen der Bäckerei und schenkt uns noch ein paar Kekse. Wir sind fast schon sprachlos und gehen weiter Richtung Uni Campus.

Der hat diesen Namen auch redlich verdient, stellen wir fest, als wir dort ankommen. Auf dem Campus befindet sich ein großer Komplex mit Wohnungen für Studierende. Auch Reihenhäuschen gibt es zu mieten. Ein eigenes Campus Schwimmbad, eine riesengroße Mensa, eine eigene Kapelle (für uns quasi ein Hinweis, das Campus-Gelände als Dorf) zu verstehen, kostenlose Parkplätze wohin das Auge reicht, ein großes, freistehendes Audi-Max, eine Bibliothek in der Größe des gesamten PH Tirol-Gebäudes. Parkanlagen mit verzweigten Wegen, die über das hügelige Gelände mit Blick auf Dänemark führen. Wir stellen uns vor, dass hier in den wärmeren Monaten die Wiesen voll mit entspannenden Studierenden sein werden.

Schließlich finden wir die beiden Gebäude, die zur Europa-Universität zählen. Haus Oslo und Haus Helsinki. Wir suchen einen Kaffeeautomaten und fragen eine Studentin nach dem Weg. Sie erklärt ihn uns, gibt uns aber auch den Hinweis, dass es in der Campus Suite sehr viel besseren Kaffee gäbe. Also folgen wir ihrem Rat und landen in einer Cafeteria, die uns hinsichtlich unseres Versprechens, morgen wieder in die Bäckerei frühstücken zu gehen, in die Bredouille bringt. Gemütliches Mobiliar, Lounge-Musik, riesige Kaffee-Tassen, eine schier grenzenlose Auswahl an Brötchen und anderem Gebäck, dazu die studentenfreundliche Preise und all das direkt in der Uni – so langsam sind wir überfordert.

Nun beginnt der offizielle Teil – die Begrüßung durch Dr. Volkmar Herkner und Ulrike Bischoff-Parker. Er stellt uns das biat (Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik), die Studiengänge, die Uni und allgemeiner das doch recht differente Bildungssystem Deutschlands vor. Uns fällt auf, dass angehende Berufsschullehrpersonen in Deutschland einiges leisten müssen, bevor sie tatsächlich unterrichten dürfen. Nicht nur, dass ein fachspezifisches Bachelorstudium notwendig ist, anschließend müssen sie auch ein Masterstudium in diesem Fach und einem zusätzlichem allgemeinbildenden Fach absolvieren. Erst nach einem Vorbereitungsdienst von 18 bis 24 Monaten werden die Studierenden dann in den Schulalltag entlassen.

Vortragende und Studierende des biat und der PHT
Gruppenfoto mit Beamer-Wand

Abschließend stellt uns Dr. Herkner das Programm vor, dass sich die Flensburger für uns einfallen lassen haben – wir dürfen an regulären Lehrveranstaltungen genauso wie an eigens für uns einberufenen Veranstaltungen teilnehmen.

Wir nutzen dieses Angebot gleich und sehen uns im Anschluss die Veranstaltung „Berufswissenschaftliche Studien“ von Dr. Axel Grimm an. Interessant sind die vorgestellten Arbeiten der Studierenden. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen den zu erbringenden Leistungsnachweisen. Im konkreten Fall erstellen sie in einem Fach mit 3 CP (Credit Points, die den ECTS entsprechen) eine Studie über Arbeitsabläufe in einem ausgewählten Unternehmen. Und das neben Praktika und regulären Lehrveranstaltungen. Hut ab, liebe Kollegen im Norden.

 

Zaubertrank aus Österreich 2010
Wer kennt in Österreich schon den Hit aus Österreich 2010?

Nach der Uni sehen wir uns die Eröffnung des hiesigen Weihnachtsmarktes an und verkosten Mutzen, Glühwein und „eine Spezialität aus Österreich 2010.“

Da so ein Glühwein aber dann besonders gut schmeckt, wenn er gefolgt wird von einer Ringvorlesung zum Thema „Das Nichts in der Pädagogik“ (das es – es sei an dieser Stelle verraten – nicht gibt), vorgetragen von Dr. Michael Meier, sehen wir uns diese auch noch an.

So. Das war unser erster Tag. Aber wie war das nun mit dem Wetter? Es nieselt ja. Und das freut uns, denn sonst wäre es schließlich zu perfekt.

 

Wer war schon mal in Flensburg? Habt ihr Tipps für uns, was wir uns in unserer freien Zeit ansehen könnten bzw. unbedingt sehen sollten?

4 Gedanken zu „Der erste Tag in Flensburg

    1. Eine Reise nach Flensburg ist – man kann es wohl zwischen den Zeilen lesen 😉 – auf jeden Fall eine Reise wert!
      1 CP entspricht einem ECTS.

      1. … und wie viele ARBEITSSTUNDEN ‚kostet‘ ein CP in Flensburg?

        Bei uns sind es 25 h – in Magdeburg (wo ich mich dzt. auf ‚Mobilität‘ befinde) 30 h … deshalb die Frage 🙂

        1. Hallo Frau Mathies!
          Meinen Recherchen nach zufolge entspricht ein CP 30 Arbeitsstunden. Diese Info trifft demnach allerdings auch auf ECTS zu. Jetzt hoff´ ich mal, keine schlafenden Hunde geweckt zu haben. 😉
          Liebe Grüße nach Magdeburg
          Yasmin Wieser

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