Vom universitären Segway-Fahren, Pinkel und dem Schloss Glücksburg

Strandhotel Glücksburg

Tag zwei in Flensburg führt uns in den Alltag des Berufsbildungsinstitutes Arbeit und Technik und an einen magischen Ort.

Ein Teil unserer Gruppe sieht sich heute die Werkstätten und die studentischen Praxisprojekte des biat an. Die Studierenden wenden ihr bereits vorhandenes und neu erworbenes Wissen in einem Praxisprojekt an, das mit rund 80 Stunden Arbeitszeit bemessen ist. Sie sollen schließlich nicht nur theoretisch Bescheid wissen, was sie später lehren werden, sondern auch die praktische Umsetzung und die damit eventuell verbundenen Hürden kennenlernen.

Sensationell finden wir, dass die Kosten für die Projekte vom biat übernommen werden. Sehr toll ist auch, dass viele der Projekte nicht in irgendeinem Kammerl verschwinden, sondern auch wirklich alltagstauglich sind. So hat ein Student Ersatz- bzw. Erweiterungsteile für sein Motorrad gefräst, und zwei Studentinnen haben im Rahmen ihres Projektes einen portablen Grill geplant, angefertigt und natürlich auch erfolgreich getestet.

Für ihre Arbeiten stehen den Studierenden die Werkstätten, 3D-Drucker, eine CNC-Fräse, Roboter, alte und neue Geräte, sowie vieles andere zur Verfügung. Von der tatkräftigen Unterstützung der Lehrenden ganz zu schweigen.
Zwei dieser Projekte befassten sich übrigens mit einem Segway und so kommt es, dass wir eine Runde mit diesem Gefährt auf dem Campus-Gelände drehen konnten. (Nein, das soll kein Bestechungsversuch sein, neue Studierende anzulocken.)

Pinkel mit Grünkohl
Zwar nicht die Original-Wurst aus der Mensa, aber so sieht Pinkel mit Grünkohl aus. | Foto: pixabay.com

Dann gehen wir Mittagessen in die Mensa. Es gibt Pinkel mit Grünkohl und süßen Kartoffeln. Okay, denk´ ich mir, Grünkohl ist ja eine dieser hippen Green-Smoothie-Zutaten, das kenn´ ich. Aber Pinkel? Und süße Kartoffeln? Beides unbekannt, also warum nicht. Das Gericht, so wird mir dann erklärt, sei typisch für Nordwestdeutschland.
Und ja, es schmeckt. Pinkel ist eine sehr (!) reichhaltige Wurst, deren Etymologie (nachzulesen auf Wikipedia) recht interessante Ansätze hat. Bei den süßen Kartoffeln ist der Name Programm: Die Kartoffeln werden gekocht, dann mit Zucker bestreut und wenn der karamellisiert, sind die Kartoffeln fertig. Das Essen schmeckt – der Kuchen danach hingegen muss ausfallen. Ich habe das Gefühl, nie wieder essen zu müssen.

Daher kommt uns die knapp halbstündige Busfahrt nach Glücksburg sehr gelegen. Wir steigen am Kurpark aus und schlendern die Strandpromenade entlang. Möwen und Raben holen sich Muscheln vom Strand, die sie geräuschvoll aufknacken. Am Strand spielen Kinder in dicken Matschhosen. Am anderen Ufer der Förde sehen wir Dänemark.

Wir folgen dem Wanderweg zum Schloss, spazieren durch einen herbstlichen Laubwald und kommen genau zur rechten Zeit – die Sonne verschwindet gerade hinter den Baumwipfeln – beim Schlosssee an. Uns überrascht ein an der Grenze zum Kitsch kratzender Anblick: Ein bezauberndes, weißes Schloss am anderen Ufer des Sees – die Glücksburg. Wow. Uns fehlen die Worte, daher wollen wir die Fotos für sich sprechen lassen.

Diesen Ausflug möchten wir jedem, der auch nur in die Nähe von Flensburg bzw. Glücksburg kommt, wärmstens ans Herz legen!

Zurück in Flensburg erwartet uns dann ein weiterer Bilderbuch-Ausblick:

Der Hafen in Flensburg
Flensburg Hafen

Den Tag lassen wir alle gemeinsam in der Brauerei Hansen bei gutem Bier und üppiger Braumannskost ausklingen. Und siehe da, so ein Spaziergang in Phantasialand scheint selbst die deftigste Pinkel zu übertrumpfen.

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