Hilfe! Meine Studierenden schreiben ein offenes E-Book!

Alle Studierenden kennen das: Ein Seminar steht an, eine Seminararbeit wird geschrieben. Man wählt ein spannendes Thema, arbeitet es bis ins Details aus. Man ist stolz auf die Ideen und Konzepte, die man im während der Arbeit entwickelt hat. Man gibt die Arbeit ab und dann … ja, was passiert dann? Meist gerät die mühsam ausformulierte Arbeit mit den tollen Anregungen in Vergessenheit.

Dies sollte den Studierenden von MMag. Dr. Elke Höfler nicht passieren. Um dies zu verhindern kam die Idee auf, diese Arbeiten, Projekte, Ideen, Vorschläge doch in Form eines Buches abzulegen. Und da alle Artikel sich mit dem mediengestützten Fremdsprachenunterricht drehten und das Buch leicht verteilbar sein sollte, war es naheliegend das Buch als E-Book zu veröffentlichen.

Ein Verstand braucht Bücher…

Doch warum sollte es gerade ein Buch sein? Warum keine Sammlung auf einer Online-Plattform? Zum einen, so die Vortragende, sollte es für jeden verwendbar sein. Zum Zweiten sollte es nicht auf einer Plattform versauern, die optisch wenig ansprechend und vom Usability-Standpunkt her mehr als fragwürdig ist. Welche Plattform das sei? Natürlich die „Dokumentenschleuder“ Moodle.

Die Reise bis zum fertigen Buch (das man übrigens hier downloaden kann) war jedoch keine einfache. Vor allem das Urheberrecht machte es oft nicht leicht Dokumente einzubinden und gewisse Materialien zu verwenden. Vor allem für die Vortragende war es viel Arbeit dem Anspruch eines Buches gerecht zu werden. Da hieß es genau kontrollieren und auf verwendete Literatur und andere Quellen Rücksicht zu nehmen. Dass nun ihr Name auf dem Buch steht, wollte sie nicht. Es war der Vorschlag der Studierenden, denn wenn jemand aus dem Buch zitieren wolle, müsste er so nicht 16 Namen angeben, sondern eben nur einen. Darauf wird im Vorwort explizit hingewiesen.

Der Weisheit letzter Schluss?

Für die Studierenden selbst war es eine lehrreiche Erfahrung. Vor allem das Peer-Feedback war qualitativ sehr hochwertig. Es ging sogar so weit, dass die Studierenden selbst sich wesentlich härter bewerteten, als die Lehrperson es getan hätte. Ihre Seminararbeiten hatten so nicht nur die Funktion des bloßen „Arbeitschreibens“, sondern gleichzeitig schulte man die Fähigkeit Feedback zu geben und zu empfangen.

Im Nachhinein betrachtet, so die Vortragende, würde sie jedoch lieber einzelne Beiträge veröffentlichen, da eine solche Sammlung in einem Buch zwar schön und wertig sei, die Auffindbarkeit jedoch nicht wirklich gegeben ist. So oder so war es jedoch eine lehrreiche Erfahrung für alle Beteiligten die sie jedem anderen nur ans Herz legen kann.

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