26 I Michael Kickmeier-Rust von der TU Graz / Virtuelle Welten und Learning Analytics

Virtuelle Welten und Learning Analytics sind laut Michael Kickmeier-Rust von der TU Graz eine vielversprechende Ergänzung zum realen Unterricht. Aber warum? Auf diese Frage gibt es eine ganz einfache Antwort. Die virtuellen Welten erlauben es uns die Einschränkungen der realen Welten zu überwinden. Man kann sich sozusagen sein zweites virtuelles ich erschaffen. Es gibt keine räumlichen, zeitlichen, sozialen oder konzeptuellen Hürden mehr. Jede Möglichkeit steht in der virtuellen Welt offen. In der Praxis wurde das Second Life bereits mit mehreren Projekten umgesetzt. Als Beispiel wurde ein Modell des alten Roms für den Geschichtsunterricht, virtuelle Labors für den Physikunterricht oder auch Chatterdale – ein Projekt zum gemeinsamen Englisch-Lernen von österreichischen, deutschen und norwegischen Schülern/innen bereits umgesetzt. Dieses Projekt wurde mit der virtuellen Welt von OpenSim realisiert.  Natürlich in einer gesicherten Umgebung mithilfe des Tools 3DLES. Das ganze Szenario war wie eine Schnitzeljagd aufgebaut. Die Schüler/innen mussten verschiedene Aufgaben lösen, um ihren Zielen näher zu kommen und im Spiel weiter voran zu gelangen. Das ganze Projekt erwies sich als voller Erfolg. Die Einstellung zum Unterricht hat sich geändert und sehr viele Schüler/innen haben ihre Leistungen deutlich verbessert. Die Schüler/innen hatten einen pädagogischen Mehrwert durch Lernen – Tun – Begreifen – Anschauung. All dies geht vor sprachlicher Vermittlung laut Johann Amos Comenius. Weitere Vorteile dieser Art des Unterrichtes sind globale Treffpunkte, alternative Klassenzimmer, neue/alternative Identitäten, unabhängig von Distanz, soziale Implikationen und Außenseiter können sich neue Identitäten geben und sich in der virtuellen Welt ganz anders entwickeln und entfalten.

Bild: Folie vom Vortrag „Virtuelle Welten und Learning Analytics“ Fotograf: R. Esterhammer

Natürlich gibt es auch Nachteile. Einer davon ist, das die Lehrer/innen nicht die Kontrolle haben, was die Schüler/innen in diesen virtuellen Welten wirklich machen. Dazu wurde die Softwarelösung entwickelt, welche es erlaubt die Log-Daten aus virtuellen Welten aufzuzeichnen und zu nutzen. Diese Software ermöglicht es den Lehrer/innen einen Kontrollprozess in den virtuellen Welten zu erhalten. Durch diese Lösung wird ein wichtiger Aspekt, nämlich der den Fortschritt der Schüler/innen zu beobachten, sei es die Kompetenzentwicklung wie kreatives bzw. konstruktivistisches Handeln und Denken, Aufbau der sozialen Kompetenzen oder auch die Fachkompetenz, erfüllt.

Mir persönlich hat dieser Vortrag sehr gut gefallen. Neue Anregungen und Ideen wurden vermittelt. Natürlich wäre es auch in unseren Fächern möglich, diese Art des Unterrichtes auszuprobieren. Theoretisch wären alle Themenbereiche dazu zu gebrauchen, aber meines Erachtens wären gerade sehr trockene Themen wie die ÖNORM A 1080 ideal, um so ein Projekt umzusetzen.

Bild: Folie vom Vortrag „Virtuelle Welten und Learning Analytics“ Fotograf: R. Esterhammer

Interessante Links zum Thema:

www.secondlife.com/destinations

http://kti.tugraz.at/css/projects/la4s/

http://services.minecraftedu.com/worlds/

www.leas-box.eu

2 Gedanken zu „26 I Michael Kickmeier-Rust von der TU Graz / Virtuelle Welten und Learning Analytics

  1. Mich würde sehr interessieren, wie Sie virtuelle Welten und Learning Analytics mit der ÖNORM in Verbindung setzen.

    1. Es wird eine virtuelle Welt mit diversen Firmen eröffnet in denen man sich bewegen muss. In den einzelnen Büros sind Aufgaben zu erledigen die die ÖNORM betreffen. Als Beispiel: Sie gehen in die Marketingabteilung und der jeweilige Mitarbeiter bittet Sie einen Brief für einen Kunden zu erfassen. Dieser muss ÖNORM gerecht erstellt werden. Wenn Sie diese nicht kennen, gehen Sie davor in das Sekretariat und dort erhalten Sie nähere Infos zur ÖNORM usw.! Anschließend gehen Sie in Ihr Büro zurück und schreiben den Brief. Der Bürokollege überprüft nun nochmals den Brief usw. In der virtuellen Welt sind den Fantasien keine Grenzen gesetzt. Wenn ich Lehrer bin werde ich mir die Arbeit antun und ein richtiges Konzept dazu erstellen und dies dann mit meinen Schüler/innen umsetzen.

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