Digitale Kompetenzen für eine digitalisierte Lebenswelt

Der Vortragende Mag. Phillip Ikrath führt gemeinsam mit der AK Wien Jugendkulturforschung durch.

In der Forschung, die uns Herr Ikrath vorgestellt hat, geht es um die „Digital Natives“. Also Jugendliche, die mit dem Internet und den Neuen Medien (wie man immer so gerne sagt) aufgewachsen sind. Diesen Jugendlichen werden automatisch Kompetenzen zugeschrieben. Zum Beispiel, dass diese Digital Natives sicher im Handling der digitalen Medien sind und sich super im Internet auskennen. Diese Kompetenzen ergaben sich sozusagen ganz automatisch, indem sie damit aufgewachsen sind. Bis jetzt klingt das Ganze sehr schlüssig und wahrheitsgetreu, weil man bereits auch in Volksschulen schon Kinder mit Smartphones sehen kann.

Der entscheidende Punkt jedoch ist, dass diese Jugendlichen meist nur über die Anwendungskompetenz verfügen. Das bedeutet, die Digital Natives können verschiedene Devices bedienen. Sie gehen mit Touchbildschirmen geschickt um und beherrschen den Doppelklick der Maus von Klein auf (welcher bei älteren Personen oft eine unlösbare Aufgabe darstellt). Allerdings fehlt es den Jugendlichen an Reflexionskompetenz. Das bedeutet, sie denken mehr oder weniger nicht darüber nach welchen Fußabdruck sie im Internet hinterlassen. Sie sind sich den Risiken und Folgen, welche beispielsweise beim posten eines Fotos entstehen nicht bewusst und hinterfragen dies auch nicht.

Gerade deshalb sollte meiner Meinung nach mehr Zeit als bisher für das „Hinterfragen“ im Unterricht genützt werden. Das bedeutet in Zukunft wird es nicht mehr nur darum gehen die Handlungskompetenzen oder Anwendungskompetenzen zu generieren, sondern ganz klar darum ein Bewusstsein zu schaffen, welche Auswirkungen das Handeln im digitalen Raum haben kann. Dabei sollte man auch das Urheberrecht nicht außer Acht lassen, damit Urheberrechtsverletzungen umgangen werden können.

Im Vortrag von Herrn Ikrath ging es weiters um die private Internetnutzung der Jugendlichen. Die sechs häufigsten Nutzungen sind:

  • Instant Messaging
  • Soziale Netzwerke
  • Musik
  • Video
  • Hausübung
  • Prüfungen vorbereiten

Für uns als Lehrpersonen bedeutet dieses Ranking, dass die Schüler_innen bereits das Internet für schulische Zwecke nützen. Dort könnte man auch als Lehrer_in ansetzen um sich neue Lernstrategien zu überlegen und vielleicht auch einmal den Classroom flippen.

Mehr Infos zu den Jugendkulturstudien hier.

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