Podiumsdiskussion @ EDU|days

Podiumsdiskussion mit Elisabeth Grossman (SPÖ), Lukas Mandl (ÖVP), Emmerich Weiderbauer (Grüne), Matthias Strolz (Neos) und die Impulsgeber Peter Baumgartner, Martin Bauer und Philipp Ikrath

Von überwiegender Einigkeit und dem Ende einer (Beamten-)Ära

Sie sind sich einig, die Podiumsteilnehmer, die aus der Politik (Elisabeth Grossman (SPÖ), Lukas Mandl (ÖVP), Emmerich Weiderbauer (Grüne), Matthias Strolz (Neos)), der Bildung (Peter Baumgartner), dem zuständigen Ministerium (Martin Bauer) und der Jugendforschung (Philipp Ikrath) stammen: Die Digitalisierung der Schule kommt und das ist gut so.

Der Moderator Christoph Hofbauer startet die Podiumsdiskussion mit der Frage „Denken Sie an ein Kind in Ihrem familiären Umfeld. Was wünschen sie ihm in den nächsten Jahren im digitalen Bereich?“

Emmerich Weiderbauer beginnt, ist an sich zufrieden mit der persönlichen aktuellen Situation, wünscht sich trotzdem für Kinder und Jugendlichen die verstärkte Bildung von Medienkompetenz und betont vor allem die Bedeutung von sozialer Kompetenz. Diese – gemeinsam mit Medienkompetenz – trägt, so Weiderbauer, einen wesentlichen Beitrag zu politischer Bildung bei.

Lukas Mandl ergänzt dieser Aussage mit der Forderung „Eltern weg von den Smartphones!“ und meint, es wäre wichtig, die Digitalisierung nicht überall vorherrschen zu lassen und die Zeit die man am Smartphone bzw. mit Medien im Allgemeinen verbringe, deutlich zu reduzieren und sie stattdessen mit den eigenen Kindern zu verbringen.

Matthias Strolz schließt sich den Sichtweisen vieler Medienpädagogen an, sieht digitale Bildung als Weg zur Mündigkeit des Menschen und wünscht sich, dass bereits ab der Volksschule an dieser gearbeitet wird. Ein interessantes Statement kommt von seiner Seite, denn er meint, in 15 Jahren werden Lehrpersonen auch nicht mehr ein Leben lang unterrichten. Ein – meiner Meinung nach – spannender Aspekt, der unter Umständen etwas frischen Wind in die Schulen bringen könnte.

Martin Bauer vom Bundesministerium für Bildung wünscht sich mehr Hardware an den Schulen und mehr Lehrkräfte, die diese einsetzen können und vor allem wollen. Es gehe darum, die Technologie als Werkzeug und die Pädagoginnen und Pädagogen als Vermittler von verantwortungsvollen Unterricht zu sehen.

Alles in allem sind sich die Diskussionsteilnehmer einig: Medienkompetenz muss für alle möglich sein.

Abschließend wird das Publikum befragt: Worin sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das drängendste Problem in Zusammenhang mit dem Digitalen in der Schule. Die sehr eindeutige Antwort: In den Kompetenzen der Lehrenden. Das ist bemerkenswert, denn die Zuhörenden sind ja größtenteils Lehrende. Podiumsseitig wird betont, dass die Anwesenden ja über ausreichend Kompetenz verfügen, sonst wären sie nicht hier.

Die Diskussionsteilnehmer erwidern darauf, dass sie mit dieser Antwort gerechnet hätten. Elisabeth Grossmann meint gar, dass eine Reform notwendig sei, führt aber nicht aus, wie eine solche aussehen könnte. Die Diskussion schließt mit Einigkeit darüber, dass an den digitalen Kompetenzen für Lehrkräfte gearbeitet werden müsse. Ob die Lösung wirklich darin liegt, die Neulehrinnen und Neulehrer einem digitalen Kompetenzen-Check zu unterziehen, darf/sollte hinterfragt werden.

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