Projekt „Denken lernen – Probleme lösen“ – Informatisches Denken in der Primarstufe, ein Projekt der PH Diözese Linz

Impulsvortrag von Alois Bachinger, MAS | Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Ich ging sehr neugierig in diesen Vortrag, denn ich hatte keine konkrete Vorstellung, wie man Roboter und Tablets von der Primarstufe an lernfördernd in den Unterricht einbauen kann. Zu meiner Freude hat mich der erste Eindruck des Themas inklusive Referenten vollkommen getäuscht und ich lernte, dass eine Hochschule, die von einer Diözese geleitet wird, mehr als nur innovativ sein kann – alles andere als hausbacken und verstaubt – doch nun zum Thema.

Das Projekt wurde vor 4 Jahren ins Leben gerufen. Die Problemstellung war, dass Kinder in der Volksschule zum Teil nicht richtig sinnverstehend lesen können. Der Weg sollte auch ein wenig weg vom digitalen – hin zum haptischen lernen in der Primarstufe führen.

Als Denk-Impuls zum Computational Thinking (informatischen Denken) gab es ein Bild, in dem die Fähigkeit zur Problemlösung, Abstraktion durch Zerlegung, Generalisierung in der dritten Welt vs. Uns veranschaulicht wurde:

  

Die Basis für das Projekt fand sich dann in Mitchel Resnick: Give 4 P’s a chance for optimal learning:

  • Projects – Projekte erstellen
  • Peers – Gruppen bilden
  • Passion – Begeisterung erleben
  • Play – spielend lernen.

In England wird Informatik und Medienpädagogik schon sehr intensiv in der Primarstufe eingesetzt. Für Interessierte finden sich Informationen hierzu unter: http://barefootcas.org.uk

In Österreich übernimmt diese Rolle z. B. digicomp. Mit einem 3-Phasen-Konzept wird das Projekt also so aufbereitet, dass es lernunterstützend von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II fließend eingebunden werden kann:

  • Phase 1: Haptik & Spiel
  • Phase 2: Algorithmen & Coding
  • Phase 3: Robotic

Ziel ist das Übertragen von Denkfolgen auf Roboter mit Hilfe von Algorithmen, zuerst mit Hilfe von Würfeln, dann mit Plättchen inkl. Sprache und dann mit Tasten auf eine Robotermaus (z. B. Schrittfolgen). Wie das im Detail abläuft kann man sehr schön auf www.beebot.at nachvollziehen … schauen Sie rein, es lohnt sich wirklich 🙂

Die eigentliche Einbindung in den Unterricht erfolgt dann z. B. durch das Verbinden mit Fragen, die auf Zielkärtchen am Spielbrett liegen, somit kann man dieses Spiel/Tool fast universell verwenden.

Fazit: Der Vortrag hat in mir echtes Interesse an mehr geweckt – Daumen hoch!

Zum Vortragenden: Alois Bachinger ist seit 30 Jahren im Bereich der Softwareproduktion und des Einsatzes des Computers im Unterricht tätig. Seine Konzentration liegt derzeit aud en Bereichen: Mathematik, 3D-Geometrie (Virtual Reality) und auf Problemlösestrategien mittels Coding in der Primarstufe.

3 Gedanken zu „Projekt „Denken lernen – Probleme lösen“ – Informatisches Denken in der Primarstufe, ein Projekt der PH Diözese Linz

  1. Ich kenne Alois Bachinger seit ca. 20 Jahren und bewundere ihn für seine Ideen und seinen unermüdlichen Einsatz rund um die informatische Bildung. Letztes Jahr hat er uns auf der Bildung Online in Hall eine Einführung zu den BeeBots gegeben.

    1. Danke für den interessanten Beitrag.
      Sie schreiben, dass Ihr Interesse an MEHR geweckt wurde – darf man Näheres erfahren?

      1. Ja gerne, da es sich nur um einen Impulsvortrag handelte, wurde alles natürlich nur am Rande angerissen. Eine „Live-Stunde“ in den verschiedenen Schulstufen, wie das Projekt binnendifferenziert dann in der Praxis tatsächlich umgesetzt wird – das wäre sicher ein Studien-Projekt wert 🙂

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