Orientierungsfootprints zur reflexiven Selbstevaluation

Footprints

Der Vortrag von Michael Steiner war nicht nur wegen des Inhalts interessant, sondern auch wegen der geringen Besucherzahl – auf diese Weise entstand ein „persönlicher“ Gesprächsrahmen, wo ich bei mir aufkommenden Fragen direkt in das Gespräch einhaken konnte!

Was ist nun unter Orientierungtsfootprints zu verstehen?

Steiner greift dazu betriebswirtschaftliche Komponenten auf, die auf Schulebene dienen, einzelnen Personen oder als Team Rückmeldung über den Soll – Ist Vergleich von Projekten erlaubt. Dazu stellt Steiner ein Tool, ein „Spinnennetz“, zur Verfügung. Das Spinnennetz ist in die vier Bereiche Visionen/Ziele – Didaktik/Kompetenzen – Strukturen/Kommunikation – Rahmen/Ressourcen mit entsprechenden Ausprägungen wie Regeln, Zeit, techn. Unterstützung etc. untergliedert. Zusätzlich zeigt das Spinnennetz die Werte Null bis 30 von Innen nach Außen auf. Wie geht man nun an die Sache ran?

Ganz einfach: man nimmt sich das Blatt zur Hand und trägt das an sich festgestellte „Maß“ der dargestellten Eigenschaften ein. Durch die Verbindung der einzelnen eingetragenen Punkte wird die eigene Ist-Situation sichtbar. Gleichmäßige Verteilung der Endlinie zeigt, dass man auf einem ausgewogenen Level bspw. in der Stufe Implementierung steht. Extreme Ausprägungen zeigen an, dass an dieser „Ecke“ noch gearbeitet werden muss. Um mit einem Marketingbegriff das Ganze auf einen Punkt zu bringen: das Netz macht die eigene SWOT Analyse und den Ist-Stand sichtbar. Um auf den Soll-Stand zu kommen, zeigt wiederum das Spinnennetz an und die ev. nicht vorhandenen Eigenschaften oder ihre Ausprägung wie bspw. Strukturen Direktion oder Kommunikation Team.

Insgesamt ein einfaches Tool, um Visionen auf Missionscharakter zu bringen, wie ich finde!

Stolpersteine gibt es natürlich auch, denn was in der betrieblichen Praxis schon lange Usus ist, ist für die Institution Schule neu! Welche Lehrperson oder welche Schulleitung hat sich bislang so klar selbst bewertet? Da fühlt sich schon manchmal das persönliche Ego angegriffen. Daher wird oft mit „Das brauchen wir nicht!“ gekontert. Schulen und ihre Lehrpersonen, die über ihren eigenen Schatten sprangen und das Spinnennetz ausprobiert haben, sind sich einig: so kann man schon in der Planungsphase von Projekten Hindernisse oder Unklarheiten aufdecken, aus dem Weg räumen und dadurch zeitsparender ans Ziel kommen. Also, ein Versuch ist in der Schule allemal wert, was in der wirtschaftlichen Praxis schon lange angewendet wird – finde ich!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.