Alle Beiträge

digi.kompP und CoffeeCupLearning – M. Miglbauer & S. Schmid

Bei dem Titel des Vortrages „digi.kompP und CoffeeCupLearning“ war Kaffee mein erster Gedanke, jedoch geht es nicht um Kaffeezubereitung. Der Einstieg in das Thema erfolgte durch eine Online-Umfrage mit Socrative. Somit konnten die Vortragenden M. Miglbauer und S. Schmid herauskristallisieren auf welche Schwerpunkte sie während des Vortrages näher eingehen sollten.

Vorerst wurde die Bedeutung des Titels, anhand des Modells von digitaler Bildung (untere Abbildung), erläutet. Anschließend konnten jene Teilnehmer/innen, die bereits mit diesem Modell arbeiten, von ihren persönlichen Erfahrungen erzählen.

Digitale Kompetenzen für Pädagoginnen und Pädagogen

Um die Verbindung zum Kaffee nachvollziehen zu können, wurde dies mit mangelnder Zeit erläutert. Eine Tasse Kaffee geht sich immer aus und eine CoffeeCupLearning-Einheit dauert nicht länger! Diese Einheit (je nach Vorkenntnissen und verfügbarer Zeit) dient zur persönlichen Erweiterung bzw. Vertiefung der digitalen Kompetenzen und zugleich zur Sammlung von Kaffeebohnen – fünf Kaffeebohnen bedeuten ein Zertifikat über das jeweilige Modul.

Die CoffeeCupLearning-Einheiten können jederzeit und von allen Endgeräten aus, erworben werden. Eine Übersicht der Module sowie der zu erwerbenden Kompetenzen ist hier zu entnehmen.

Woran denkst Du, wenn Du das Wort Schule hörst?

So hat Kurt Söser seinen Pecha Kucha Vortrag bei den EDUdays 2017 begonnen.
Die Anwesenden dachten vor allem an das Schulgebäude an Prüfungen und natürlich auch an die Schülerinnen und Schüler.

Kurt Söser hat eine Vision, nämlich das Wort Schule neu zu definieren.
Wie er schon eindrucksvoll mit seinen Office 365 Kurs für Lehrpersonen bewies (bei dem ich auch mit von der Partie sein durfte :)), kann die School in the Cloud funktionieren. In einer digitalen Lernumgebung können die Schülerinnen und Schüler von den besten Lehrern der Welt lernen – das Internet machts möglich.
Unterstützt durch die Office 365 Umgebung und mit Skype kann Wissen über die Schulgrenzen hinaus weitergegeben werden.

Ich bin schon darauf gespannt, ob Kurt Söser seine Ideen umsetzen kann – Visionen hat er ja genug.

 

Wer mehr übe die Visionen des  Teacherpreneurs Kurt Söser erfahren möchte, sollte seine Website besuchen.

Chancen und Risiken der digitalen Kindheit

„Medienmündig – Wie unsere Kinder lernen, mit den neuen Medien umzugehen“.

Die deutsche Autorin und Medienpädagogin Frau Dr. Paula Bleckmann, welche an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter (Nordrhein-Westfalen) tätig ist, hielt bei den Edudays in Krems einen interessanten Vortrag zum Thema „Chancen und Risiken der digitalen Kindheit“.

Grundsätzlich nehmen digitale Medien vor allem bei den jungen Heranwachsenden einen immer größer werdenden Stellenwert in deren Leben ein. Sie wachsen quasi mit diesen neuen Technologien auf und sind dadurch verstärkt in diesen Bann gerissen, als beispielsweise deren Eltern oder Großeltern. Sie nutzen folglich viel selbstverständlicher diese Medien und dadurch ziehen sie oft auch sehr viel Zeit für die Nutzung heran. Hält sich die Zeit, welche investiert wird, in Maßen, so ist es kein Problem, kommt es hingegen zum übermäßigen Konsum, bringt dies bestimmte Risiken mit sich. Konkret besteht ein erhöhtes Risiko, an Übergewicht oder an Diabetes zu erkranken oder unter Schlafstörungen zu leiden. Zudem kann ein erhöhter Medienkonsum sowohl Leistungsdefizite in Schule bzw. Studium mit sich bringen, als auch Beeinträchtigungen bezüglich des Sozial- und Kommunikationsverhaltens. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, ist es Aufgabe der Eltern zu schauen, dass Heranwachsende möglichst spät erst beginnen, Medien zu nutzen. Hinsichtlich des besten Einstiegsalter sind sich die Wissenschaftlicher nicht einig – entweder mit drei Jahren, vier Jahren je nachdem. Grundsätzlich gilt, je später die Kinder beginnen Medien zu nutzen, desto besser ist es für ihre Entwicklung.

Zudem erläutert Frau Dr. Bleckmann, dass eine Person nicht automatisch über Medienkompetenz verfügt, nur weil sie weiß, wie Medien zu bedienen sind bzw. genutzt werden. Dafür ist nämlich ein Reifungsprozess notwendig, in dem bestimmte Fähigkeiten erlernt bzw. gefördert werden. Diesbezüglich spielt die Dimension der Selbstbestimmtheit, der Zeitsouveränität und der Verhinderung von Abhängigkeit eine wichtige Rolle. Dementsprechend ist das Ziel dieses Reifungsprozesses, dass die jeweilige Person in der Lage ist, selbst zu entscheiden, wie viel Zeit sie/er für die Nutzung von Medien aufbringen möchte und folglich nicht mehr für andere Tätigkeiten heranziehen kann. In diesem Zuge spricht sie auch den Begriff Medienmündigkeit an und erläutert in diesem Zuge den Turm der Medienmündigkeit.

Aufgabe der Erziehungsberechtigten, aber auch Pädagoginnen und Pädagogen ist es, die jungen Heranwachsenden während diesen Reifungsprozesses zu begleiten und sie zu unterstützen. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendliche medienmündig werden, sodass sie in der Lage sind mit Medien umzugehen. Jene Personen, welche den Vortrag verpasst haben und diesbezüglich noch Fragen haben, können das Buch von Paula Bleckmann „Medienmündig“ lesen, in dem sicher noch die ein oder andere Frage beantwortet wird.

„Vom Potenzial des Biber der Informatik-Events für den alltäglichen Informatikunterricht“

Herr Mag. Peter Micheuz, der am Alpen-Adria-Gymnasium Völkermarkt als Lehrperson tätig ist, hielt bei den Edudays 2017 in Krems einen spannenden Vortrag zum Thema „Vom Potenzial des Biber der Informatik-Events für den alltäglichen Informatikunterricht“.

Der Begriff „Biber der Informatik“ beschreibt einen Informatik-Wettbewerb, welcher jährlich im November an diversen Schulen in Österreich abgehalten wird. Dieser Wettbewerb lässt sich grundsätzlich mit dem Känguru-Wettbewerb, der jährlich im Unterrichtsgegenstand Mathematik stattfindet, vergleichen.

Teilnehmen können alle Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 bis 20 Jahren. Insgesamt gibt es fünf Altersstufen – 3. und 4. Volksschule, 5. und 6. Unterstufe, 7. und 8. Unterstufe, 9. und 10. Oberstufe und 11. und 13. Oberstufe. Die Teilnahme selber erfolgt online im Rahmen des Unterrichts.

Grundsätzlich sind 15 verschiedene Aufgabenstellungen in jeweils drei Schwierigkeitsstufen (leicht, mittel und schwer) zu lösen, die abhängig von der Altersstufe der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer variieren. Sämtliche Aufgaben weisen Informatikhintergrund auf und decken dabei ein breites Fachwissen ab. Von der „Kern-Informatik“ über Informationstechnologien bis zur Computer Literacy. Aufgrund des breiten Fachwissens, das für die Lösung der diversen Aufgabenstellungen benötigt wird, eignen sich die verschiedenen Übungen durchaus auch für den Einsatz in Unterrichtsstunden während des Schuljahres.

Aus Statistiken, die im Zusammenhang mit dem Biber-Wettbewerb erstellt wurden, lässt sich feststellen, dass der Biber-Wettbewerb eher an AHS-Schulen durchgeführt wird, an BHMS hingegen eher selten Anwendung findet.

Für mich war der Vortrag von Herrn Micheuz sehr interessant und ich werde mit Sicherheit später in der Berufspraxis versuchen, mit meinen Schülerinnen und Schülern auch an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Orientierungsfootprints zur reflexiven Selbstevaluation

Footprints

Der Vortrag von Michael Steiner war nicht nur wegen des Inhalts interessant, sondern auch wegen der geringen Besucherzahl – auf diese Weise entstand ein „persönlicher“ Gesprächsrahmen, wo ich bei mir aufkommenden Fragen direkt in das Gespräch einhaken konnte!

Was ist nun unter Orientierungtsfootprints zu verstehen?

Steiner greift dazu betriebswirtschaftliche Komponenten auf, die auf Schulebene dienen, einzelnen Personen oder als Team Rückmeldung über den Soll – Ist Vergleich von Projekten erlaubt. Dazu stellt Steiner ein Tool, ein „Spinnennetz“, zur Verfügung. Das Spinnennetz ist in die vier Bereiche Visionen/Ziele – Didaktik/Kompetenzen – Strukturen/Kommunikation – Rahmen/Ressourcen mit entsprechenden Ausprägungen wie Regeln, Zeit, techn. Unterstützung etc. untergliedert. Zusätzlich zeigt das Spinnennetz die Werte Null bis 30 von Innen nach Außen auf. Wie geht man nun an die Sache ran?

Ganz einfach: man nimmt sich das Blatt zur Hand und trägt das an sich festgestellte „Maß“ der dargestellten Eigenschaften ein. Durch die Verbindung der einzelnen eingetragenen Punkte wird die eigene Ist-Situation sichtbar. Gleichmäßige Verteilung der Endlinie zeigt, dass man auf einem ausgewogenen Level bspw. in der Stufe Implementierung steht. Extreme Ausprägungen zeigen an, dass an dieser „Ecke“ noch gearbeitet werden muss. Um mit einem Marketingbegriff das Ganze auf einen Punkt zu bringen: das Netz macht die eigene SWOT Analyse und den Ist-Stand sichtbar. Um auf den Soll-Stand zu kommen, zeigt wiederum das Spinnennetz an und die ev. nicht vorhandenen Eigenschaften oder ihre Ausprägung wie bspw. Strukturen Direktion oder Kommunikation Team.

Insgesamt ein einfaches Tool, um Visionen auf Missionscharakter zu bringen, wie ich finde!

Stolpersteine gibt es natürlich auch, denn was in der betrieblichen Praxis schon lange Usus ist, ist für die Institution Schule neu! Welche Lehrperson oder welche Schulleitung hat sich bislang so klar selbst bewertet? Da fühlt sich schon manchmal das persönliche Ego angegriffen. Daher wird oft mit „Das brauchen wir nicht!“ gekontert. Schulen und ihre Lehrpersonen, die über ihren eigenen Schatten sprangen und das Spinnennetz ausprobiert haben, sind sich einig: so kann man schon in der Planungsphase von Projekten Hindernisse oder Unklarheiten aufdecken, aus dem Weg räumen und dadurch zeitsparender ans Ziel kommen. Also, ein Versuch ist in der Schule allemal wert, was in der wirtschaftlichen Praxis schon lange angewendet wird – finde ich!

 

KidZ – ein lernseitiges Innovationsprojekt mit internationalem Vorbildcharakter

KidZ Projekt Ergebnisse

Thomas Nárosy zieht in seinem Vortrag Resümee aus den bisherigen KidZ Projekten, die – wie der Vortrag von den NMS-Lehrern aus Ost- und Südtirol, sowie dem Burgenland gezeigt hat – allen Beteiligten Spaß macht und zum Lernen motiviert. Auch mich hat die Idee und Umsetzung durch den lebendigen Vortrag der NMS-Lehrer begeistert! Als Koordinator von KidZ Projekten und Bildungsinnovator, der mit dem BMB Projekte aufgebaut hat, wirft Nárosy einen kritischen Blick auf die insgesamt 91 Projekte und erzählt im Vortrag von der Bewertung und Evaluierung.

Die Ausgangsfragen:

  • Hat KidZ bislang Sinn gemacht?
  • War es lediglich Zeit- und Geldverschwendung?
  • Ist so ein Projekt zukunftsfähig?
  • Wie misst man den Erfolg so eines Projektes?
  • Was bleibt unterm Strich für Schule 4.0 übrig?

Den Rahmen für die Auswertung gaben vor:

  • 266 Items, die sich aus den Anforderungen der KidZ Projekte ergaben
  • der „Zaubertrank“ für eine innovative Schule: OECD ILE 7 + 3 Framework

Nárosy’s Resumme aus allen verschiedenen Projekten und Untersuchungen:

  • KidZ kann man zurecht als „lernseitiges“ internationales Vorzeigeprojekt bezeichnen!
  • Alle Schülerinnen und Schüler sind digital kompetenter geworden!
  • ABER: was wurde dabei gelernt? Oder besser gefragt: Was ist der Nutzen und Vorteil der dazugewonnenen digitalen Kompetenz?

Nárosy`s Vorschlag dazu, der aus meiner Sicht als künftige Lehrerin an berufsbildenden Schulen  mehr als sinnvoll ist:

Ergebnisse aus der Kompetenzanalyse des bifie aufgreifen und mittels der neuen digitalen Kompetenz Schülerinnen und Schüler „zum Lernen bringen“.

Ein trauriges und für mich zugleich erschütterndes Ergebnis daraus, dass das, was ich bislang an meinen Jugendlichen in der Lehrausbildung wahrgenommen habe nun traurige Wahrheit ist:

Die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern nach der Pflichtschule:

  • Burschen können zu insgesamt 51 % nicht oder kaum Sinn erfassend Lesen!
  • Mädchen können zu insgesamt 38 % nicht oder kaum Sinn erfassend Lesen!

Mittels dem durch das KidZ Projekt gewonnenen Umgang mit der digitalen Welt könnten Schülerinnen und Schüler zum Lesen angeregt werden. Ein Beispiel, das mir dazu einfällt, ist Augmented Reality, welche Bücher zum Leben erweckt, wie uns die israelischen Gastprofessorinnen dieses Semester beeindruckend gezeigt haben.  DAS macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß! Hmmm, ob das die betroffenen Schülerinnen und Schüler auch so sehen?

Interessiert am KidZ Projekt? Dann einfach ins Schaufenster schauen – dort haben die teilnehmenden Schulen ihr Portfolio hinterlegt.

kidzschaufenster.phwien.ac.at

KidZ Projekt 2013 – 2050

KidZ Projekt

Was kommt heraus, wenn sich ein Osttiroler, ein Burgenländer und ein Südtiroler Lehrer zufällig bei einem Kaffee treffen? Das KidZ Projekt 2013 – 2050!

Vor 3 Jahren passierte genau dies und

  • Herr Innerbichler – MS St. Johann im Ahrntal/Südtirol
  • Herr Köck – KidZ Koordinator NMS Lienz Nord/Osttirol und
  • Herr Schwarzl – iNMS Jennersdorf (Burgenland)

realisierten mit jeweils einer Klasse mittels digitaler Medien, Tools und Anwenderprogrammen das grenzübergreifende Arbeiten an gleichen Themen. Heute berichten die Lehrpersonen nach drei Jahren Projekterfahrung über ihr Anliegen, die Ziele, die Aktivitäten, die dabei verwendeten Tools des KidZ Projekts:

Das wollen wir von KidZ
  • Austausch mit anderen Schulen
  • Uns mit neuen Werkzeugen beschäftigen
  • Ideen von anderen Schulen umsetzen
  • gemeinsam an einem Thema arbeiten
  • interessante Projekte verwirklichen
  • grenzüberschreitende Kontakte aufbauen
  • von Nachbarn lernen

 

Unsere Ziele
  • Kompetent in die Zukunft
  • Tratition mit modernem Know-How verbinden
  • Anwenden von Gelerntem
  • Öffnung nach außen
  • Sich mit anderen vernetzen und austauschen
  • Freundschaften schließen
  • Scheu vor Unbekanntem Ablegen
  • zeitgemäße Kommunikationsmittel erproben

 

KidZ ist für uns …

KidZ = Kompetent in die Zukunft

KidZ = Klassenzimmer der Zukunft

KidZ = Konstruktive, ideenreiche Zusammenarbeit

KidZ = Können ist das Ziel

 

Unsere KidZ-Aktivitäten

Jedes Jahr werden vier Themen festgelegt, an welchen alle NMS arbeiten und gegenseitig über Skype, youtube etc. ihre Ergebnisse präsentieren. So wurden in den vergangenen Schuljahren folgende Themen bearbeitet:

  • Weihnachtsbäckerei: Rezepte und Fotos online ausgetauscht
  • Learning Apps gemeinsam, d. h. im Burgenland gegen Süd- und Osttirol im Multiplayer Modus, spielen
  • Die eigene Schule und darauffolgend die eigenen Stadt oder Gemeinde vorstellen mittels Video- und Audiobeiträgen
  • Skype-Online Projekt Präsentation: Ältere Menschen erzählen aus ihrer Kindheit: z. B. Thema Fernseher,  Wie habt ihr früher gespielt?, Wie war es in der Zeit vom 2. Weltkrieg ?
  • Highlight: analoges Treffen in Innichen der Süd- und Osttiroler Klassen, sowie aller beteiligten Klassen in Klagenfurt
Tools & Apps in Verwendung

Abschließend sind sich alle Lehrer einig über ihre daraus gewonnenen Erfahrungen:

Positives
  • SuS beschäftigen sich auch im außerschulischen Umfeld z. B. mit Videoschnitt.
  • Neue, moderne Brieffreundschaften über Skype oder Whatsapp entstanden, welche die SuS auch außerschulisch pflegen.
  • Selbstkompetenzen der Lehrer gestärkt, d. h. verbindliche Termine, die von allen eingehalten wurden, weil sonst kann so ein Projekt nicht aus der Idee herauskommen.
Stolpersteine
  • Technik wie die ersten Skype Übertragungen, daher für EUT 36 Router gekauft und mit BYOD alle SuS können online arbeiten
  • Nicht alles planbar
  • Einverständniserklärungen
  • für Erziehungsberechtigte für SuS Nutzung der Cloud
  • für Interviews mit älteren Menschen

Insgesamt überzeugt das Projekt durch die Mischung aus Spielen, Lernen, Experimentieren und der Langlebigkeit: die beteiligten Schülerinnen und Schüler erweitern jedes Schuljahr ihr Lernfeld und ihre Kompetenzen und die neu gewonnenen Freundschaften begleiten über die NMS-Schulzeit hinaus.

Detailierte Infos zum Projekt: http://www.mahara.at/user/kidz-tirol/lienz-nord-unsere-kidz-aktivitaeten-2

Projekt „Denken lernen – Probleme lösen“ – Informatisches Denken in der Primarstufe, ein Projekt der PH Diözese Linz

Impulsvortrag von Alois Bachinger, MAS | Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Ich ging sehr neugierig in diesen Vortrag, denn ich hatte keine konkrete Vorstellung, wie man Roboter und Tablets von der Primarstufe an lernfördernd in den Unterricht einbauen kann. Zu meiner Freude hat mich der erste Eindruck des Themas inklusive Referenten vollkommen getäuscht und ich lernte, dass eine Hochschule, die von einer Diözese geleitet wird, mehr als nur innovativ sein kann – alles andere als hausbacken und verstaubt – doch nun zum Thema.

Das Projekt wurde vor 4 Jahren ins Leben gerufen. Die Problemstellung war, dass Kinder in der Volksschule zum Teil nicht richtig sinnverstehend lesen können. Der Weg sollte auch ein wenig weg vom digitalen – hin zum haptischen lernen in der Primarstufe führen.

Als Denk-Impuls zum Computational Thinking (informatischen Denken) gab es ein Bild, in dem die Fähigkeit zur Problemlösung, Abstraktion durch Zerlegung, Generalisierung in der dritten Welt vs. Uns veranschaulicht wurde:

  

Die Basis für das Projekt fand sich dann in Mitchel Resnick: Give 4 P’s a chance for optimal learning:

  • Projects – Projekte erstellen
  • Peers – Gruppen bilden
  • Passion – Begeisterung erleben
  • Play – spielend lernen.

In England wird Informatik und Medienpädagogik schon sehr intensiv in der Primarstufe eingesetzt. Für Interessierte finden sich Informationen hierzu unter: http://barefootcas.org.uk

In Österreich übernimmt diese Rolle z. B. digicomp. Mit einem 3-Phasen-Konzept wird das Projekt also so aufbereitet, dass es lernunterstützend von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II fließend eingebunden werden kann:

  • Phase 1: Haptik & Spiel
  • Phase 2: Algorithmen & Coding
  • Phase 3: Robotic

Ziel ist das Übertragen von Denkfolgen auf Roboter mit Hilfe von Algorithmen, zuerst mit Hilfe von Würfeln, dann mit Plättchen inkl. Sprache und dann mit Tasten auf eine Robotermaus (z. B. Schrittfolgen). Wie das im Detail abläuft kann man sehr schön auf www.beebot.at nachvollziehen … schauen Sie rein, es lohnt sich wirklich 🙂

Die eigentliche Einbindung in den Unterricht erfolgt dann z. B. durch das Verbinden mit Fragen, die auf Zielkärtchen am Spielbrett liegen, somit kann man dieses Spiel/Tool fast universell verwenden.

Fazit: Der Vortrag hat in mir echtes Interesse an mehr geweckt – Daumen hoch!

Zum Vortragenden: Alois Bachinger ist seit 30 Jahren im Bereich der Softwareproduktion und des Einsatzes des Computers im Unterricht tätig. Seine Konzentration liegt derzeit aud en Bereichen: Mathematik, 3D-Geometrie (Virtual Reality) und auf Problemlösestrategien mittels Coding in der Primarstufe.

Ein Vortrag der besonderen Art! – Implementierung von E-Learning am Schulstandort

Wow! Nach einigen eher ermüdenden Vorträgen gelang es den Vortragenden Thomas Baldauf und Alicia Bankhofer mich vollkommen ins Boot zu holen!

Es war kein klassischer Vortrag sondern die Zuhörer machten mit. Zuerst wurden acht Freiwillige gesucht, die sich in Rollen von Lehrkräften und Lernenden versetzten. Auch unser Dozent Herr Mader (in Rolle des Mädchens Jana, ist ruhig, mag Mathe – kein Deutsch) und Andrea Hadringer (in Rolle des Mädchens Jessica, Repetentin, ist schlau – kommt aber selten) durften Teil des Rollenspiels sein. Dabei wurden die Sichtweisen und Probleme der Lernenden, als auch erste Lösungsansätze der Lehrpersonen dargestellt. Worum ging es? Schüler/innen-Probleme verstehen und lösen – evtl. mit E-Learning lösen – perfekter Einstieg! Das Konzept nennt sich Design Thinking. Wichtig ist dabei eine genaue Umweltanalyse zu machen und sich zu fragen: Wer ist beteiligt? Wen betrifft es?

Hier einige Beispiele:

  • Mehmet, hat Probleme mit Sprache, liebt Videospiele
    mögliche Lösung: Spieleforum (international) mit Chatfunktion, Spiele in andere Sprache einstellen, …
  • Jessica, Repetentin, ist schlau – fehlt oft
    mögliche Lösung: Stunden halten lassen  (so erhält sie Verantwortung und Freiheit), Erklärvideos für andere machen lassen, online arbeiten …

Neben dem interessanten Einstieg, gab es dann interessanten Input zu verschiedenen Themen:

  • Erfahrung von Alicia Bankhofer selbst: Skype-Gespräche mit Personen auf der ganzen Welt bringen Interesse der Schüler/innen
  • sehr lesenswerte Theorie ist Dagstuhl-Dreieck:
    Kulturelle Perspektive – Wie wirkt das?
    Anwendungsbezogene Perspektive – Wie nutze ich das?
    Technologische Perspektive – Wie funktioniert das?
    nur bei Betrachtung aller Perspektiven hat man ein Grundkonzept wirklich verstanden
  • digi.komp-Digitale Kompetenzen für PädagogInnen
    hier kann man auch eigene Kompetenzen testen

 

Es wurden drei Schulen mit drei Ansätzen vorgestellt (vielleicht ist was Interessantes für euch dabei):

A) Micha Busch
http://bit.ly/michaprezi
Verschiedene Angebote: Zeitdauer, Intensität usw. …

B) Matthias Förtsch
http://bit.ly/matthiasschulentwicklungen
Nörgler/Negative Kommentare zu hören und ernst nehmen
7 Grundsätze zur Schulentwicklung

C) Lars Reitze
http://herr.reitze.info/2017/01/05/mikrofortbildungen/
Kurze Lernsequenzen anbieten – Coffeecup-Learning – Thema: Präsentationen, Bilder suchen usw.
Idee für Lehrkraft-Bildung ist z. B. mit analogen Briefkasten – Schule macht kurze Erklärvideos zu Problem

 

Anschließend wurden in Gruppen diskutiert, wie E-Learning in der Schule implementiert werden kann. Hier ein paar Blitzlichter:

  1. Start: Umweltanalyse (Wen muss ich einbinden? Wen betrifft es? Wer sind Keystakeholder?): Schulentwicklungsgruppe, Schule, Eltern, Kinder, Kollegen …
  2. Wie setzt man das in Schule um? Wo gibt es Probleme
  • Alle müssen mitziehen
  • vieles bleibt oft an wenigen hängen
  • Einige Dinge können verpflichtend sein: digitales Klassenbruch
  • kleinen Microsequenzen für Lehrer/innen
  • Fehlende Ausstattung ist großes Problem

 

Alles in allem war es ein sehr spannender und interessanter Vortrag, der von dem großen Erfahrungsschatz und der tollen Vortragsweise der Vortragenden profitierte!