Arsnova.click – Quiz im Klassenzimmer

Kennen Sie kahoot.it? Es ist ein lustiges Quiz, sehr gut geeignet zum gemeinsamen Rätseln im Unterricht. Prof. Dr. Klaus Quibeldey-Cirkel hat uns bei den Edu|Days 2017 eine Alternative dazu vorgestellt: arsnova.click: eine Quiz-App speziell für MINT-Fächer, zum Einsatz im Klassenzimmer optimiert.

Arsnova.click ist eine Open Source Web-Anwendung, man muss also nichts installieren und kann sofort loslegen – genau wie bei kahoot.it. Es funktioniert mit jedem Endgerät – genau wie kahoot.it.

Vielleicht hat mir der Vortragende mit dem städigen Vergleich mit Kahoot den Eindruck vermittelt, dass arsnova.click ein genauer Nachbau des Kahoot ist, oder ich sehe die Verbesserungen noch nicht wirklich und müsste mich näher damit beschäftigen. Jedenfalls sind sich die beiden Anwendungen sehr ähnlich.

Grundsätzlich geht es darum, dass sich mehrere Spieler in einer „Quiz-Lobby“ versammeln, bevor das Spiel startet. Fragen und Antwortmöglichkeiten werden mit dem Beamer auf die Leinwand projeziert und die Spieler antworten in Echtzeit. Gleich danach erscheint eine Statistik, wie viele welche Antwort gegeben haben.

Herr Prof. Dr. Quibeldey-Cirkel hat schon einige Änderungen und Verbesserungen erwähnt: Spieler bestätigen, dass sie die Fragen verstanden haben, bevor die Antwortmöglichkeiten erscheinen, es gibt eine Fortschrittsanzeige und eine andere Musik als bei Kahoot.

Ich persönlich bin Fan von diesen Quiz-Apps, der Einsatz im Klassenzimmer ist eine tolle Auflockerung und es gibt viele Einsatzmöglichkeiten: Icebreaker, Blitzlicht, Stimmungsumfrage, Wissensabfrage, Vorwissen abfragen, Stundenwiederholung, Evaluation usw.

Es sind sicher beides hervorragende Apps und ich bin gespannt, welche Sie bevorzugen und warum. Probieren Sie sie aus.

Die coolste Biene zum Denken lernen!

Denken lernen – Probleme lösen ist ein Projekt von Alois Bachinger, Lehrer der Primarstufe und leidenschaftlicher Programmierer. Mit seinem BeeBot bringt er seinen Volksschüler_innen bei, logisch zu denken und zu programmieren. Und das tollste daran: Was in der Volksschule beginnt, kann bis zur Sekundarstufe II und weiter ausgebaut werden!

Herr Bachinger hatte die hervorragende Idee, Denken und in Folge Programmieren ohne PC zu lehren. Er gibt seinen Schüler_innen zuerst Würfel, auf denen Pfeile gezeichnet sind. Dann geht er ein paar Schritte in der Klasse und die Schüler_innen sollen seinen Weg mit Pfeilen nachvollziehen. Sie müssen sich also in einen Standpunkt hineinversetzen und haptisch lernen, Bewegungsrichtungen nachzuvollziehen.

Als nächsten Schritt ersetzt er die Würfel durch Plättchen, auf denen FD für Forward, LT für Left, RT für Right steht. Somit wird das Spiel abstrahiert und auch auf Sprache ausgeweitet. So lernen die Schüler_innen Algorythmisieren und Problemlösen spielerisch. Mich hat der Vortrag und die Idee sehr begeistert, der BeeBot ist genial.

Aber ich habe den BeeBot eigentlich noch gar nicht erwähnt: Erst nach diesen beiden Phasen des langsamen Abstrahierens kommt diese kleine Biene zum Einsatz: Es handelt sich um einen Roboter mit vier Steuerungstasten: Forward, Backwards, Left und Right. Sehen Sie den Zusammenhang?

Die Schüler_innen bauen sich ihren eigenen Hindernisparcour und programmieren den BeeBot dann so, dass er auf kein Hindernis stößt. Es ist schon eine sehr tolle Leistung für Volksschüler_innen, so weit vorauszudenken und jeden Schritt im Vorhinein zu programmieren, bevor sie testen, ob sie alles richtig gemacht haben – finde ich.

Erst nach dieser langen Phase der haptischen Auseinandersetzung setzen sich die Schüler_innen an den PC: die Umsetzung ist in jedem Fach möglich, man könnte ja zum Beispiel bestimmte Punkte ansteuern, und dahinter Fragen zum Fach verstecken.

Ich bin keine Programmiererin, aber mein Interesse hat Herr Bachinger definitiv geweckt. Sehen Sie sich den BeeBot und weitere Infos zum Projekt auf dieser Website an.

Inverted Classroom in der Hochschule

Flipped Classroom in der Schule, Inverted Classroom in der Hochschule!

Wir haben ja schon wirklich viel über das Inverted-Classroom-Konzept gehört, und mich hat die Umsetzung in einer Hochschule interessiert. Deshalb habe ich mir den Vortrag „Das Inverted Classroom Konzept als hochschuldidaktische Alternative“ von Thomas Schöftner angehört.

Mit großer Erwartung ging ich in den Vortrag, der leider von sehr vielen statistischen Daten dominiert war. Er hat dieses Konzept im Masterstudium Informationsmanagement und E-Learning umgesetzt und mit E-Portfolios, Mahara und Moodle Exabis gearbeitet.

Der Vortragende hat durch seine Analysen eindeutig bestätigt, dass kooperatives Lernen, Methodenvielfalt, Rücksicht auf individuelle Lernvoraussetzungen und Individualisierung perfekt umgesetzt werden können.

Doch wie kann man sich einen Masterstudium mit dem Inverted-Classroom-Konzept nun vorstellen?

Herr Schöftner hat Erklärvideos für die Studierenden produziert, die sie sich, wie aus seiner Evaluation hervorgegangen ist, meist einmal vor der Lehrveranstaltung angesehen haben. Diese Videos hat er mit bedingter Verfügbarkeit für die Studierenden freigegeben und konnte nachverfolgen, wann die Studierenden sie angesehen haben. Anschließend folgte ein Moodle-Test, der ihnen zu ihrem Zertifikat verhalf.

Mit Hilfe des Zertifikates können sich die Studierenden den Seminarteil dann anrechnen lassen. Studierende mit viel Vorwissen können sich die Vorbereitung auch sparen und gleich zum Test antreten. Das finde ich eine gute Idee für den Unterricht an der Hochschule.

Ich kannte bis zu dem Vortrag die Umsetzung von Erklärvideos mit Office-Mix, der Vortragende verwendete das Tool PlayPost – könnte man mal ausprobieren! Hier kann man anscheinend auch während des Abspieles des Videos die Fragen beantworten.

Diesen erste Teil des Vortrages, die Erklärung des Ablaufes, fand ich sehr interessant. Danach stellte er aber so viele statistische Daten seiner Evaluation vor, auf die ich hätte verzichten können.

Das Resümee war, dass er eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Gelernten erreichte und auch viel mehr Stoff geschafft hat, als mit dem „normalen“ Prinzip des Unterrichts. Die Auslegung war nicht mehr auf Fehler konzentriert, sondern auf Öffnung, Motivation und Differenzierung. Die Durchfallquote hat sich zudem auch verringert!

Eine Frage bleibt nun noch offen: Wie geht die Lehrperson mit denjenigen um, die die Inputphase zuhause nicht gemacht haben? – Ganz einfach: THINK – PAIR – SHARE!