Neue Perspektiven für E-Portfolios

E-Portfolios sind allgemein bekannt: digitale Sammelmappen für Reflexionen, Arbeitsergebnisse und Kommentare dazu. Meistens sind diese Portfolios jedoch in sich geschlossen und werden vergessen, sobald wieder ein Seminar abgeschlossen ist. Mag.(FH) Barbara Geyer-Hayden wollte mit dem Masterstudiengang „Angewandtes Wissensmanagement“ einen anderen Weg einschlagen. Die Studierenden sollte einen WordPress-Blog erstellen. Die Verwaltung dieser Blogs wird über das sog. Multisite-Prinzip von WordPress gelöst. Frau Geyer-Hayden richtete die Seiten ein und übernahm die Administrative Verwaltung. Die Studierenden konnten sich ihre Layouts und Plugins wählen und so der Seite einen individuellen Touch verleihen.

Wie simple Dinge komplex werden können…

Doch die Vortragende hätte sich es laut eigenen Angaben etwas einfacher vorgestellt. Anfänglich dachte sie, sie müsse vor allem das Tool, also WordPress schulen, da nur wenige Studierende damit Erfahrung hatten. Im Nachhinein bzw. bei den nächsten Studierenden geht sie anders vor. Wichtig wäre vor allem die Schulung der verschiedenen Kompetenzen die zum Einsatz kommen.

Medienrecht war der größte Block in diesem Zusammenhang. Die Studierenden mussten geschult werden was Verwendbarkeit anging und natürlich auch was das Urheberrecht betrifft. Der zweite Stolperstein sollte das Schreiben der Texte selbst sein. Nach dem dies Abgeschlossen war, stellte sich nur noch das Teilen auf Social Media als Hindernis heraus. Sehr wichtig war hier das „richtige“ Teilen, also wie man richtig verschlagwortet und verlinkt.

Was lernen wir daraus?

Das Fazit dieser etwas anderen E-Portfolios fiel positiv aus. Die Studierenden kamen gut damit zu recht und auch die Vortragende war zufrieden. Die Anwendbarkeit in der Praxis war hier die oberste Prämisse, diese wurde klar erfüllt. Positiv merkt sie auch an, dass nicht nur die Studierenden selbst sich weiterbildeten, sondern auch die Vortragende selbst, da man selbst mitlernt und immer wieder Verbesserungen findet.

Eine klar Empfehlung dies auch selbst zu versuchen und auszuprobieren!

Hilfe! Meine Studierenden schreiben ein offenes E-Book!

Alle Studierenden kennen das: Ein Seminar steht an, eine Seminararbeit wird geschrieben. Man wählt ein spannendes Thema, arbeitet es bis ins Details aus. Man ist stolz auf die Ideen und Konzepte, die man im während der Arbeit entwickelt hat. Man gibt die Arbeit ab und dann … ja, was passiert dann? Meist gerät die mühsam ausformulierte Arbeit mit den tollen Anregungen in Vergessenheit.

Dies sollte den Studierenden von MMag. Dr. Elke Höfler nicht passieren. Um dies zu verhindern kam die Idee auf, diese Arbeiten, Projekte, Ideen, Vorschläge doch in Form eines Buches abzulegen. Und da alle Artikel sich mit dem mediengestützten Fremdsprachenunterricht drehten und das Buch leicht verteilbar sein sollte, war es naheliegend das Buch als E-Book zu veröffentlichen.

Ein Verstand braucht Bücher…

Doch warum sollte es gerade ein Buch sein? Warum keine Sammlung auf einer Online-Plattform? Zum einen, so die Vortragende, sollte es für jeden verwendbar sein. Zum Zweiten sollte es nicht auf einer Plattform versauern, die optisch wenig ansprechend und vom Usability-Standpunkt her mehr als fragwürdig ist. Welche Plattform das sei? Natürlich die „Dokumentenschleuder“ Moodle.

Die Reise bis zum fertigen Buch (das man übrigens hier downloaden kann) war jedoch keine einfache. Vor allem das Urheberrecht machte es oft nicht leicht Dokumente einzubinden und gewisse Materialien zu verwenden. Vor allem für die Vortragende war es viel Arbeit dem Anspruch eines Buches gerecht zu werden. Da hieß es genau kontrollieren und auf verwendete Literatur und andere Quellen Rücksicht zu nehmen. Dass nun ihr Name auf dem Buch steht, wollte sie nicht. Es war der Vorschlag der Studierenden, denn wenn jemand aus dem Buch zitieren wolle, müsste er so nicht 16 Namen angeben, sondern eben nur einen. Darauf wird im Vorwort explizit hingewiesen.

Der Weisheit letzter Schluss?

Für die Studierenden selbst war es eine lehrreiche Erfahrung. Vor allem das Peer-Feedback war qualitativ sehr hochwertig. Es ging sogar so weit, dass die Studierenden selbst sich wesentlich härter bewerteten, als die Lehrperson es getan hätte. Ihre Seminararbeiten hatten so nicht nur die Funktion des bloßen „Arbeitschreibens“, sondern gleichzeitig schulte man die Fähigkeit Feedback zu geben und zu empfangen.

Im Nachhinein betrachtet, so die Vortragende, würde sie jedoch lieber einzelne Beiträge veröffentlichen, da eine solche Sammlung in einem Buch zwar schön und wertig sei, die Auffindbarkeit jedoch nicht wirklich gegeben ist. So oder so war es jedoch eine lehrreiche Erfahrung für alle Beteiligten die sie jedem anderen nur ans Herz legen kann.