Chancen und Risiken der digitalen Kindheit

„Medienmündig – Wie unsere Kinder lernen, mit den neuen Medien umzugehen“.

Die deutsche Autorin und Medienpädagogin Frau Dr. Paula Bleckmann, welche an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter (Nordrhein-Westfalen) tätig ist, hielt bei den Edudays in Krems einen interessanten Vortrag zum Thema „Chancen und Risiken der digitalen Kindheit“.

Grundsätzlich nehmen digitale Medien vor allem bei den jungen Heranwachsenden einen immer größer werdenden Stellenwert in deren Leben ein. Sie wachsen quasi mit diesen neuen Technologien auf und sind dadurch verstärkt in diesen Bann gerissen, als beispielsweise deren Eltern oder Großeltern. Sie nutzen folglich viel selbstverständlicher diese Medien und dadurch ziehen sie oft auch sehr viel Zeit für die Nutzung heran. Hält sich die Zeit, welche investiert wird, in Maßen, so ist es kein Problem, kommt es hingegen zum übermäßigen Konsum, bringt dies bestimmte Risiken mit sich. Konkret besteht ein erhöhtes Risiko, an Übergewicht oder an Diabetes zu erkranken oder unter Schlafstörungen zu leiden. Zudem kann ein erhöhter Medienkonsum sowohl Leistungsdefizite in Schule bzw. Studium mit sich bringen, als auch Beeinträchtigungen bezüglich des Sozial- und Kommunikationsverhaltens. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, ist es Aufgabe der Eltern zu schauen, dass Heranwachsende möglichst spät erst beginnen, Medien zu nutzen. Hinsichtlich des besten Einstiegsalter sind sich die Wissenschaftlicher nicht einig – entweder mit drei Jahren, vier Jahren je nachdem. Grundsätzlich gilt, je später die Kinder beginnen Medien zu nutzen, desto besser ist es für ihre Entwicklung.

Zudem erläutert Frau Dr. Bleckmann, dass eine Person nicht automatisch über Medienkompetenz verfügt, nur weil sie weiß, wie Medien zu bedienen sind bzw. genutzt werden. Dafür ist nämlich ein Reifungsprozess notwendig, in dem bestimmte Fähigkeiten erlernt bzw. gefördert werden. Diesbezüglich spielt die Dimension der Selbstbestimmtheit, der Zeitsouveränität und der Verhinderung von Abhängigkeit eine wichtige Rolle. Dementsprechend ist das Ziel dieses Reifungsprozesses, dass die jeweilige Person in der Lage ist, selbst zu entscheiden, wie viel Zeit sie/er für die Nutzung von Medien aufbringen möchte und folglich nicht mehr für andere Tätigkeiten heranziehen kann. In diesem Zuge spricht sie auch den Begriff Medienmündigkeit an und erläutert in diesem Zuge den Turm der Medienmündigkeit.

Aufgabe der Erziehungsberechtigten, aber auch Pädagoginnen und Pädagogen ist es, die jungen Heranwachsenden während diesen Reifungsprozesses zu begleiten und sie zu unterstützen. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendliche medienmündig werden, sodass sie in der Lage sind mit Medien umzugehen. Jene Personen, welche den Vortrag verpasst haben und diesbezüglich noch Fragen haben, können das Buch von Paula Bleckmann „Medienmündig“ lesen, in dem sicher noch die ein oder andere Frage beantwortet wird.

„Vom Potenzial des Biber der Informatik-Events für den alltäglichen Informatikunterricht“

Herr Mag. Peter Micheuz, der am Alpen-Adria-Gymnasium Völkermarkt als Lehrperson tätig ist, hielt bei den Edudays 2017 in Krems einen spannenden Vortrag zum Thema „Vom Potenzial des Biber der Informatik-Events für den alltäglichen Informatikunterricht“.

Der Begriff „Biber der Informatik“ beschreibt einen Informatik-Wettbewerb, welcher jährlich im November an diversen Schulen in Österreich abgehalten wird. Dieser Wettbewerb lässt sich grundsätzlich mit dem Känguru-Wettbewerb, der jährlich im Unterrichtsgegenstand Mathematik stattfindet, vergleichen.

Teilnehmen können alle Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 bis 20 Jahren. Insgesamt gibt es fünf Altersstufen – 3. und 4. Volksschule, 5. und 6. Unterstufe, 7. und 8. Unterstufe, 9. und 10. Oberstufe und 11. und 13. Oberstufe. Die Teilnahme selber erfolgt online im Rahmen des Unterrichts.

Grundsätzlich sind 15 verschiedene Aufgabenstellungen in jeweils drei Schwierigkeitsstufen (leicht, mittel und schwer) zu lösen, die abhängig von der Altersstufe der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer variieren. Sämtliche Aufgaben weisen Informatikhintergrund auf und decken dabei ein breites Fachwissen ab. Von der „Kern-Informatik“ über Informationstechnologien bis zur Computer Literacy. Aufgrund des breiten Fachwissens, das für die Lösung der diversen Aufgabenstellungen benötigt wird, eignen sich die verschiedenen Übungen durchaus auch für den Einsatz in Unterrichtsstunden während des Schuljahres.

Aus Statistiken, die im Zusammenhang mit dem Biber-Wettbewerb erstellt wurden, lässt sich feststellen, dass der Biber-Wettbewerb eher an AHS-Schulen durchgeführt wird, an BHMS hingegen eher selten Anwendung findet.

Für mich war der Vortrag von Herrn Micheuz sehr interessant und ich werde mit Sicherheit später in der Berufspraxis versuchen, mit meinen Schülerinnen und Schülern auch an diesem Wettbewerb teilzunehmen.